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Was sind Fluss-Auen?
Das Wort Aue leitet sich von dem althochdeutschen "ouwa" ab und bedeutet "Land am Wasser". Damit ist eigentlich schon sehr gut beschrieben worum es geht: Lebensräume die vom Wasser geprägt sind und einem ständigen Wechsel von Überflutung und Trockenfallen unterliegen. Land und Wasser sind in den Auen sehr eng miteinander verzahnt. Dicht nebeneinander treten nasse, feuchte, wechselfeuchte und trockene Standorte auf. Daraus resultiert eine unüberschaubare Anzahl von Lebensräumen und fließenden Übergängen zwischen den einzelnen Lebensräumen (Gradienten). Der Wasserabfluss spielt für die Beschaffenheit der Auenlebensräume eine entscheidende Rolle. Bei Niedrig- und Mittelwasser fließt das Grundwasser im Allgemeinen vom höchsten Punkt (Talrand) zum niedrigsten Punkt (Fluss). Bei Hochwasserereignissen verändert sich die Fließrichtung und Oberflächenwasser kann in den Grundwasserleiter eindringen.

Die räumliche Ausdehnung von Fluss-Auen wird unterschiedlich definiert. Für unsere Belange mag eine relativ weite Definition ausreichen: Als Auen werden die Bereiche eines Flusses bezeichnet, die innerhalb des Einflusses von Hochwasserereignissen liegen.

Die Dynamik bestimmt das Bild
Unter natürlichen Bedingungen gestaltet die Flussdynamik mit Erosion (Materialabtrag) und Sedimentation (Materialanlandung) die Auenlandschaft ständig um. Direkt in Flussnähe befinden sich die Lebensräume, die selbst durch kleinere Hochwasserereignisse recht häufig verändert werden und einer hohen Dynamik unterliegen. Dies sind meistens Standorte auf denen sich Pionierbesiedler einfinden. Hier werden in der Regel grobe und nährstoffarme Sedimente wie Steine, Schotter, Kies, Sand und alle Übergangsformen abgelagert.

Je weiter man sich vom Flusslauf entfernt, umso mehr schwächt sich die Gestaltungsdynamik ab. Schon 30 Jahre reichen aus, um einen dichten Silberweidenwald entstehen zu lassen. Einige Bereiche der Fluss-Aue werden u.U. nur alle 100 Jahre (statistisch gesehen) von einem Hochwasser überflutet und über das Wasser zumindest periodisch mit dem Gesamtsystem vernetzt. In diesen Bereichen dominieren eher feine, organische Sedimente wie schlammige Böden und Moorböden.

Wandlung und Kontinuität
Die Tier- und Pflanzengemeinschaften der Auen sind auf besondere Weise an die starke Dynamik dieses Lebensraumes angepasst. Beispielsweise laichen Hechte auf den überschwemmten Auenwiesen, die heute kaum noch zu finden sind. Durch Schwankungen der Wasserstände (und insbesondere bei Hochwasserereignissen) wird Material von der Sohle und den Uferbereichen sowie Tiere- und Pflanzen (Eier, Samen, Rhizome, Dauerstadien) verfrachtet. Daraus resultiert ein immenser Gen-Austausch zwischen einzelnen Lebensräumen innerhalb der Aue aber auch zwischen unterschiedlichen Auensystemen. So weisen natürliche Auen neben der ungeheuren Lebensraumvielfalt auch eine sehr große Artenvielfalt auf.

Johannes Gepp beschrieb in seinem Buch "Auenwälder als Ökozellen (1986) das Wesen einer Aue sehr treffend: "Es gibt nur wenige Beispiele, die so transparent die Theorie des Gleichgewichts veranschaulichen, wie die naturgemäßen Tieflandauen. In ihnen gibt es ständig Umformungen, Verjüngungsprozesse, Sukzessionen und Verlandungen, während in der Flächensumme der beteiligten Biotoptypen langfristig eine erstaunliche Kontinuität vorzufinden ist."


Wasser gestaltet eine unüberschaubare Vielfalt
Neben der Hauptstromrinne mit ihrer hohen Fließgeschwindigkeit existieren in einer intakten Aue zahlreiche Seitenarme mit und ohne Anschluss an den Hauptarm, Inseln, Kolke, Altwässer, Seen, Tümpel und eine Vielzahl von feuchten Senken, Schlammflächen, Kies- und Sandbänken, Steilufer und Verlandungszonen. Entscheidend für das Vorkommen von spezialisierten Arten in Fluss-Auen ist die Überflutungsdauer (und -häufigkeit) sowie der mittlere Grundwasserflurabstand. Treten in diesen beiden Parametern signifikante Veränderungen auf, hat das direkte Folgen für die Zusammensetzung der Lebensgemeinschaften und die Artenvielfalt.

Heute sind von den ehemals an allen großen Flüssen Deutschlands beheimateten Auengewässer und Auenwälder nur noch wenige Reste zurückgeblieben. Viele Auenwälder wurden durch Dämme vom Hauptfluss abgetrennt und für die menschliche Nutzung trockengelegt und gerodet. Spezialisierte Tier- und Pflanzenarten wie beispielsweise der Fischotter sind aus den in intensiv genutztes Kulturland überführten ehemaligen Auen verschwunden. Ein großer Teil der ehemals vorhandenen Lebensraum- und Artenvielfalt ist bereits zerstört worden.

Auenschutz und Auenentwicklung sind praktizierter Hochwasserschutz
Auen sind die natürlichen Überschwemmungszonen entlang von Bächen und Flüssen. Sie nehmen das Wasser auf, das sich aufgrund von Niederschlägen und Schneeschmelzen in den Flüssen sammelt. Dies ist ein natürlicher Prozess. Werden nun Fluss-Auen in großem Umfang vom Auf und Ab der Wasserstände abgekoppelt, hat das unmittelbare und z.T. gravierende Auswirkungen auf die Hochwasserstände der Fließgewässer.

Eines der gravierendsten Projekte der jüngeren Vergangenheit war sicherlich die Zerstörung des Auenbereichs am südlichen Oberrhein zwischen Basel und Rastatt in den Jahren 1955 - 1977. Rund 60 % der Auen wurden durch den Oberrheinausbau mit Staustufen zerstört. Die Befahrbarkeit mit großen Containerschiffen ist durch diese Kanalisierungsarbeiten erst möglich geworden. Das Abtrennen des Flusses von seiner Aue hat jedoch bewirkt, dass wichtige Überflutungsflächen verlorengegangen sind sich in der Folge die Hochwassersituation entlang des Rheins weiter verschärfte. Eine Hochwasserwelle benötigte 1955 noch 65 Stunden, um von Basel nach Karlsruhe zu gelangen. Da heute viele Auen bzw. Hochwasserrückhalteflächen vom Hauptstrom abgetrennt sind, braucht sie nur noch 30 Stunden.

Ein preiswerter und zugleich aus ökologisch Sicht begrüßenswerter Hochwasserschutz besteht in der Wiederbelebung trockengelegter Auen und in dem Wiederanschluss von abgetrennten Auengebieten an das Hauptgewässer. Die Reaktivierung der natürlichen Überflutungsflächen kann helfen die faszinierende Artenvielfalt Mitteleuropäischer Auen wieder herzustellen.

Obwohl die überragende ökologische Bedeutung der Auwälder in Europa von vielen Fachleuten und Politiker/innen erkannt wurde und diese allgemein akzeptiert ist, gefährden immer wieder verschiedene Großprojekte wie Kraftwerksbau und Flussregulierungen die letzten verbliebenen Standorte: z.B. Loire in Frankreich, Oberrhein in Deutschland, Donau in Ungarn, Acheloos in Griechenland und die Save-Auen im früheren Jugoslawien. Werden Auen-Revitalisierungsprojekte geplant und umgesetzt ist zu berücksichtigen, dass den Bächen und Flüssen genügend Raum für eine eigendynamische Entwicklung zur Verfügung gestellt werden muss.

Viele Naturschutzprojekte und Nationalparke bemühen sich um den Schutz und die ökologische Entwicklung der letzten Fluss-Auen. Hier einige Beispiele:

Schutz des Moor- und Feuchtgebietes im Save-Altarm Obedska Bara

Flusslandschaft Elbe in Sachsen-Anhalt

Auenschutz Main-Kinzig

Donauauen

Biotop- und Artenschutz in der Rhön und Renaturierung der Ulster

Schutz und Wiederherstellung der Günzauen
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