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Aktion Fischotterschutz e.V
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Wie werden Gehölze gepflanzt und gepflegt?
In ihrer natürlichen Ausprägung waren die meisten Fließgewässer im Tiefland umgeben von mehr oder weniger dichten und feuchten Wäldern bzw. von Gehölzen gesäumt. Diese Fluss-Auen waren gekennzeichnet von dem ewigen Auf und Ab der Wasserstände und den an diese spezifischen Bedingungen angepassten Tier- und Pflanzengemeinschaften. Schon sehr früh wurde damit begonnen, die Auen trocken zu legen und für die Bedürfnisse des Menschen nutzbar zu machen. Inzwischen sind die meisten Fließgewässer in Deutschland ausgebaut und an die Unterhaltungsarbeiten mit Maschinen angepasst. Aufgrund der oben geschilderten Aus- und Umbaumaßnahmen an den Gewässern sind die Gehölze größtenteils entfernt worden. Die prägende Baumarten waren und sind je nach Gewässertyp Schwarzerlen, Eschen, Eichen und verschiedene Weidenarten.

Öklogie hilft Geld einzusparen
In zunehmendem Maße wird von den Unterhaltungspflichtigen heute erkannt, dass ein gewisser Baumbestand entlang der Fließgewässer aus ökologischen Gründen bedeutsam ist und dass er die Kosten für die Gewässerunterhaltung verringern kann. So bewirken beispielsweise die Wurzeln der Schwarzerle eine Ufersicherung und damit eine Verminderung der Erosion. Technische Ufersicherungen können durch Erlenpflanzungen und entsprechende Uferabflachungen überflüssig gemacht werden.

Wenn die Gehölze groß genug sind, werden Massenentwicklungen von Ufer- und Wasserpflanzen aufgrund der Beschattung ausbleiben. Darüber hinaus wird das Wasser durch die Beschattungswirkung der uferbegleitenden Bäume "gekühlt". Dies ist besonders wichtig, da kühles Wasser aus physikalischen Gründen mehr Sauerstoff aufnehmen kann als warmes Wasser. Beispielsweise sind viele Bachoberläufe als Lebensräume für die Bachforelle durch die Rodung der gewässerbegleitenden Gehölze und die anschließende Wassererwärmung entwertet worden.
Standorte bewusst auswählen
Werden Gehölzsäume an den Ufern von Bächen und Flüssen angelegt, sollte beachtet werden, dass nur standortgerechte Arten verwendet werden. Informationen darüber können die Naturschutzbehörde des Landkreises, die Forstämter oder Baumschulen liefern. Die verschiedenen Baumarten besitzen unterschiedliche Feuchtigkeitstoleranzen. Während Erlen, Eschen und Weiden (Bruch-, Silber-, Öhrchen- und Korbweide) recht überflutungstolerant sind und an der Mittelwasserlinie sowie kurz darüber stehen können, dürfen Stiel-Eichen, Gemeiner Schneeball, Schlehe, Zweigriffliger Weißdorn, Hartriegel, Pfaffenhütchen, Bergahorn, Hasel u.a. nicht dauerhaft "nasse Füße" bekommen. Idealerweise stehen sie am oberen Böschungsrand. Das Pflanzschema zeigt die Standorte an einer Uferböschung im Verhältnis zum mittleren Wasserstand. Die Abstände zwischen den Bäumen und Sträuchern sollten zwischen 1,5 m und 3 m variieren.

Zu berücksichtigen ist weiterhin, dass die Gehölze nicht geradlinig und flächendeckend eingebracht werden. In diesem Fall würde ein "grüner Tunnel" entstehen, der das Ufer für alle Zeiten festlegt. Die bettbildenden Kräfte des Wassers mit Erosion und Sedimentation haben keine Chance mehr, das Gewässerbett durch gewässertypische Eigendynamik zu formen. Auch ist die Lebensraumqualität des monotonen "Tunnels" für eine vielfältige Tier- und Pflanzengemeinschaft nur eingeschränkt vorhanden, da gerade die Ränder von Gehölzinseln für Fauna und Flora besonders interessant sind. Besser sind lockere Pflanzungen mit größeren Abschnitten, die Sonne an das Gewässer heranlassen. Einige Tierarten wie beispielsweise Libellen sind auf die wärmende Sonne und Wasserpflanzen als Eiablageort angewiesen.


Naturgemäße Entwicklung fördern, Gehölzpflege vermeiden
Die Anlage von Uferrandstreifen in Kombination mit einer Gehölzpflanzung sollte zum Ziel haben, naturbelassene Lebensräume und ihre unbeeinflusste Entwicklung zu fördern. Das regelmäßige und oftmals unbegründete Eingreifen, Ordnen und Auf-den-Stock-setzen von Gehölzen an Gewässern sollte damit der Vergangenheit angehören. Das bedeutet nicht, dass nicht in begründeten Einzelfällen (z.B. Freihalten von Stromleitungen, der Gewährung der Verkehrssicherheit, dem Auslichten von zu eng stehenden Gehölzen und dem Entfernen von Abflusshindernissen), insbesondere wenn Gefahr im Verzuge ist, Bäume, Äste oder Totholz entnommen werden können. Eine moderne und ökologisch orientierte Gewässerunterhaltung wird jedoch dem Gewässer und seiner naturnahen Entwicklung mehr Raum geben und gerade bei der Pflege von Gehölzen deutlich zurückhaltender agieren als noch vor 10 Jahren. Die Zulassung von Totholz im Gewässer sollte, unter Abschätzung möglicher Gefährdungen, häufiger als bisher realisiert werden.

Gehölzsäume, Hecken und Bruchwälder sind bedeutende Lebensräume
Zwischen Wasser und Land bestehen vielfältige Verbindungen und Wechselwirkungen. Laub und Fallholz bilden wichtige Nahrungsquellen für die kleinsten Glieder des weitverzweigten Nahrungsnetzes im Wasser. Laub und Fallholz bilden wichtige Nahrungsquellen für Kleintiere der Bachsohle. Auf dem Falllaub baut ein weit verzweigter Nahrungs- und Vernetzungskreislauf auf, der die unterschiedlichsten Tierarten miteinander verbindet. Beispielsweise ernähren sich Flohkrebse und einige Eintagsfliegenarten vorzugsweise von Erlen- und Weidenblättern. Die kleinen Flohkrebse werden u.a. von Fischen gefressen und diese wiederum von Eisvögeln oder Fischottern.

Darüber hinaus sind Bäume, Sträucher und Hecken in der Landschaft und an Fließgewässern wichtige Strukturbildner, die einen vielfältigen Lebensraum für Säugetiere wie Rehwild, Dachs, Iltis, Fischotter aber auch für Vögel, wie Neuntöter, Braunkehlchen sowie für Amphibien, Reptilien und unzählige Insektenarten bilden. Beispielsweise stürzen sich Eisvögel, die auf über dem Wasser hängenden Ästen sitzen, in das nasse Element, um Fische zu erbeuten und Fischotter nutzen die Deckung von Gehölzsäumen und Bruchwäldern, um neue Reviere zu erschließen.
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