ERROR by Opera!
Aktion Fischotterschutz e.V
OTTER-ZENTRUM
29386 Hankensbüttel
Tel.: +49 (0) 5832 / 98 08 0
Fax: +49 (0) 5832 / 98 08 51
eMail: AFS@OTTERZENTRUM.de

Aktuelles und Aktionen
Die Projektidee
Bachpaten stellen sich vor
Ergebnisse
Login-Bereich
Wie werde ich Bachpate
Naturschutz am Bach
Den Flüssen mehr Raum geben?
Welche Funktionen haben Uferrandstreifen?
Wie werden Gehölze gepflanzt und gepflegt?
Was bedeutet Gewässerrevitalisierung?
Ist Totholz wirklich so tot?
Wem nützt die biologische Durchgängigkeit?
Wie kann Sohlenerosion gestoppt werden?
Warum Öffentlichkeitsarbeit betreiben?
Spiele
Presse und Downloads
Literatur und Links
Gästebuch
Kontakt
Startseite
 Sitemap
Ist Totholz wirklich so tot?
Unter dem Begriff "Totholz" werden alle Arten von totem Holz, also feinste Zweige, Äste, Wurzeln, Stämme bis hin zu vollständigen Bäumen zusammengefasst. Totholz bildet, ähnlich wie Inseln, Kolke, Uferabbrüche, Flachwasserzonen, Innen- und Außenkurvenbereiche, ein wichtiges natürliches Strukturelement mitteleuropäischer Flüsse und ihrer Auen. In natürlichen Auwäldern reguliert sich das Aufkommen von vitalen Gehölzbeständen und von Totholz auf natürliche Weise durch Alterung und Naturverjüngung. Beides ist für die Ausbildung einer flusstypischen Gewässerdynamik und der daraus entstehenden Lebenräume von besonderer Bedeutung

Totholz wird von vielen Tierarten genutzt
Totholz wird während seines Aufenthaltes im Wasser von Bakterien, Kleintieren und Säugetieren als Nahrung, Besiedlungssubstrat und Versteckraum genutzt. Aquatische Kleintiere wie Eintags-, Stein- und Köcherfliegenlarven, Strudelwürmer und Schnecken besiedeln das Holz, das sich unter natürlichen Bedingungen im Gewässerbett sammelt.

Zum Teil weiden diese Tierarten den Algen- und Bakterienfilm auf der festen Unterlage ab oder erbeuten andere Kleintiere, die sich auf dem Totholz angesiedelt haben. Bachforellen sind beispielsweise auf Verstecke und Unterstände, die z.T. aus im Wasser liegendem Holz bestehen, angewiesen.

Das Totholz gelangt vor allem aus gewässerbegleitenden Holzsäumen, durch Alterung, Ufererosion aber auch Wind- und Schneebruch ins Gewässer. Dort wo Biber vorkommen, können auch sie aktiv zur Strukturbildung unter Verwendung von Totholz beitragen. Fischotter bringen gerne ihre Jungen in Kesseln zur Welt, die sie unter Baumstümpfen und Wurzeln anlegen.

Totholz verursacht Strömungs- und Lebensraumvielfalt
Darüber hinaus kann Totholz als relativ festes Strukturelement zu einer für die Kleintiere bedeutsamen Strömungsvielfalt beitragen, so dass verschieden stark durchflossene Lebensräume auf der Gewässersohle entstehen. Von besonderer Bedeutung sind in Fließgewässern die strömungsberuhigten Zonen im Uferbereich, die Aufwuchsräume für Jungfische und Amphibien darstellen. Äste und Zweige können Blätter und feinste organische Partikel zurückhalten, von denen sich viele Kleintiere wie beispielsweise Flohkrebse, Wasserasseln und Eintagsfliegenlarven ernähren. Totholz in Fließgewässern bewirkt in der Regel ein Strömungs- und Substratmosaik, das eine größere Artenvielfalt aufweist als geradlinige Gewässer ohne diese Elemente.

In neuester Zeit wird Totholz aber nicht nur als wichtiges Strukturelement in den Fließgewässern diskutiert, sondern auch als Bestandteil von Revitalisierungsplanungen. Wird Totholz mit Bedacht sowie in der richtigen Menge und Zusammensetzung in ein Gewässer eingebracht, kann eine gewisse Abflussverzögerung erreicht und damit der Einbau von Steinen vermieden werden.

Es fehlen fließgewässerbegleitende Wälder
Die Waldstruktur wurde massiv durch die Nutzung des Menschen verändert. So kommen heute kaum noch sehr alte und abgestorbene Bäume in unseren Wäldern vor. In historischer Zeit entstand viel Totholz durch großräumige Windwürfe, Hangrutschungen, Überflutungen, Uferabbrüche, Laufverlagerungen und Waldbrände. Diese Ereignisse treten in unserer Kulturlandschaft heute kaum noch auf. Wenn Äste oder Baumstämme in den Gewässern landen, werden sie sehr schnell von den Unterhaltungspflichtigen entfernt. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen kann zuviel Totholz dazu führen, dass es den schadlosen Wasserabfluss behindert und bei Starkregenereignissen Überschwemmungen auftreten. Zum anderen können Totholzteile, je nach ihrer Größe, Wasserbauwerke, Dränagen und Rohrleitungen beschädigen, wenn sie mit der Strömung verfrachtet werden.

In zunehmenden Maße müssen aber auch die Unterhaltungspflichtigen den ökologischen Zustand des Gewässers bei allen Arbeiten berücksichtigen und fördern. Deshalb sollte zukünftig Zonen in den Gewässern ausgewiesen werden, in denen zunächst kleine Ansammlungen von Totholz geduldet werden. Durch ständiges Beobachten können mögliche Gefahren schnell erkannt und es kann sofortige Abhilfe geschaffen werden. Wo keine Gefahren zu befürchten sind, führt Totholz zu einer Anreicherung der Lebensraumstrukturen und damit langfristig zu einer höheren Organismenvielfalt. Je nach Art des Fließgewässers und der Rahmenbedingungen können teure Revitalisierungsmaßnahmen auf diese Art vermieden werden.
^Nach Oben
Copyright @ AFS 2003 | Impressum | Disclaimer
Code by Webdesign @ CCT

Valid HTML 4.01! Valid CSS!

Der Seitenaufbau hat 0.0014 Sekunden gedauert